Stöckachstraße 16
70190 Stuttgart
vertreten durch die Kreisverwaltung Recklinghausen
Kurt-Schumacher-Allee 1
45657 Recklinghausen
Projektgeschäftsstelle Neubau Berufskollegs
Ossenbergweg 79
45655 Recklinghausen
Kappelmann und Partner Rechtsanwälte
Stadttor 1
40219 Düsseldorf
Schäfer Architekten- und Ingenieurgesellschaft mbH
Miraustraße 50-52
13509 Berlin
Öffnung Engagement von Schülern und Lehrkräften in außerschulischen Projekten mit internationalem Charakter. Kooperation Internationale Zusammenarbeit im Fachbereich Orthopädietechnik mit der Berufsschule Kaunas in Litauen. Bildungspolitische Leitziele Förderung selbst gesteuertes Lernen im Selbstlernzentrum, Förderung von Existenzgründungen, didaktische und inhaltliche Kooperation zwischen den Berufskollegs, Förderung des internationalen Austauschs durch Lernangebote und Auslandsaufenthalte. Qualifizierungsprojekte Virtuelles Klassenzimmer; multimediale Bibliothek; überregionales Qualifizierungszentrum Orthopädietechnik; multimediales Kompetenz- und Qualifizierungszentrum für zukunftsorientierte Berufe, z. B. im Bereich erneuerbarer Energien, Gebäudesystemtechnik, Telekommunikations- und Informationstechnik, Mediengestaltung. Entwicklungsaufgaben Neuordnung der Berufsausbildungen Elektrotechnik und Maschinentechnik, Fachschule für Gestaltung mit Abschluss staatlich geprüfte(r) Designer(in), Aufbaukurs Existenzgründung, Ausbau der Partnerschaft mit dem Liceo Artistico Statale Leon Battista Alberti, Florenz.
Detaillierte Informationen sind über die Homepage des Kollegs zu erhalten.
Doppelqualifizierung Vorbereitung auf einen Beruf und/oder ein Studium durch berufs- und anschließend studienqualifizierenden Abschluss. Zentrale Bildungsziele Schlüsselqualifikation im Umgang mit neuen Technologien; Teamfähigkeit; fachliche Kompetenz. Pädagogische Schwerpunkte Förderung junger Frauen aus verschiedenen Kulturkreisen im Umgang mit multimedialen Technologien. Pädagogische Innovationen Entwicklung moderner Managementkompetenz durch Netzwerke im Bereich Gesundheit und Wellness, Warenwirtschaftssysteme in der Hauswirtschaft, automatisierte Steuerung in der Lebensmitteltechnik. Umweltschutzkonzepte In Ausbildungslaboren: Modellsalon, differenzierte Ver- und Entsorgungskonzepte, Energiekonzepte in der Wäschereitechnik. Wissenschaft und Praxis Von der fachpraktischen Berufsbildung zur wissenschaftspropädeutischen Facharbeit: Ein computergeregeltes Gewächshaus ist im Zentrum agrarwirtschaftlicher Ausbildung, Kältetechnik und Wärmeerzeugung stehen im Wechselspiel automatisierter Küchentechnik. Unfallverhütung Bewegungskoordination und Stressabbau. Qualitätsmanagement HACCP als Unterrichtsprinzip, computergestützte Evaluation als Unterrichtsmethode. Multimediale Ausstattung Fort- und Weiterbildung im medialen Netzwerk in der Fachschule für Erzieherinnen und Erzieher, Entwicklung von Verkaufskompetenzen durch Selbstbeobachtung und Präsentationstechniken. Zukunftsorientierte Internationalisierung Ausbau und Intensivierung der europäischen Bildungsarbeit mit Partnerschulen in Schottland, Frankreich, Polen und Italien.
Detaillierte Informationen sind über die Homepage des Kollegs zu erhalten.
Das Projektgelände liegt in zentraler Lage nordöstlich des Stadtkerns von Recklinghausen in der Nähe des Bahnhofs und Busbahnhofs. Der Ort ist durch die historische Nutzung als Bergbaustandort geprägt: Die Terrassierung des leicht abfallenden Geländes und die streng orthogonale Baustruktur. Westlich ist der neue Schulcampus durch die Bahntrasse Essen-Münster begrenzt, die eine starke Zäsur im Stadtkörper bildet. Nördlich schließt ein Gewerbegebiet an. Die östliche Fortsetzung besteht aus einem gemischten Wohngebiet, die südliche aus einem grünen Band entlang der Bahntrasse. Die Standortwahl für den Neubau der Berufskollegs steht in engem Zusammenhang mit der städtebaulichen Aufwertung des Umfeldes, der Verbindung der östlich gelegenen Stadteile mit dem Zentrum und der Neuordnung der Infrastruktur. Im Rahmenplan der Stadt Recklinghausen ist das Projektgelände eine zentrale Schnittstelle zwischen dem Stadtzentrum und den östlichen Stadtteilen. Die ehemalige Zechenanlage Blumenthal 3/4 wird durch die Nutzung als Schulcampus wieder Teil des Stadtkörpers.
Die frei stehenden Baukörper knüpfen an die Struktur der ehemaligen Zechenanlage an, gruppieren sich jedoch anstelle einer linearen Anordnung als kompositorische Einheit um einen zentralen Freiraum, von dem aus die Gebäude erschlossen werden. Über Fugen zwischen den solitären Baukörpern verbindet dieser Freiraum alle Nutzungen mit der Parklandschaft und über Blick- und Wegebeziehungen mit der Umgebung.
Der bestehende Grünzug südlich der ehemaligen Zechenanlage wird nach Norden auf den Schulcampus erweitert und zur offenen Struktur eines Landschaftsparkes umgestaltet. Alle Freiräume dienen sowohl den Auszubildenden als auch der Öffentlichkeit. Der Campus ist dabei der zentrale Freiraum. Eine Parkierungsfläche unter einem dichten Baumdach bildet den nördlichen Abschluss zu dem bestehenden Gewerbegebiet.
Die Verkehrserschließung erfolgt über das bestehende Straßennetz auf der Ostseite des Projektgeländes. In Zukunft wird die Haupterschließung auf die Westseite auf eine neue Tangente entlang der Bahn verlagert. Die Fuß- und Radwegeerschließung vom Bahnhof liegt in dem Grünraum auf einer zentralen Nord-Süd-Achse, die nach Osten über eine Treppenanlage und nach Westen mit einem Steg (Planung) über die Bahntrasse mit dem Umfeld engmaschig verknüpft ist.
Das Projekt entwickelt sich aus seinen inneren und äußeren Parametern. Um den verschiedenen Anforderungen und Bedingungen gleichermaßen gerecht zu werden, entsteht ein integriertes Gebäude- und Freiraumkonzept. Die beiden organisatorisch eigenständigen Berufskollegs sind auch baulich jeweils einem eigenen Gebäude zugeordnet wie Geschwister mit unverkennbar gleichen Wurzeln und gleichzeitig ganz unterschiedlichen Charakteren. Die Sporthalle mit öffentlicher und überregionaler Funktion ist ebenfalls ein separater Baukörper, jedoch mit ganz eigener Tektonik. Es entsteht eine Gemeinschaft aus starken Individuen. Bestehende Grünfragmente werden im Zuge der Neuordnung des ehemaligen Zechengeländes zu einem zusammenhängenden Grünraum gestaltet. Der neue Freiraum verbindet die durch die Bahnlinie getrennten Stadtteile miteinander. Durch die freie, kompositorische Anordnung der solitären Baukörper entsteht ein neues Ensemble im Grünraum.
Die Konstellation der Baukörper verdichtet sich um einen zentralen Campus, der sowohl Erschließungs- als auch Pausenfläche der Berufskollegs ist. Die Zuschauerränge der Sporthalle sind über eine breit gelagerte Freitreppe erschlossen, die gleichzeitig Sitzmöglichkeit, Außentribüne und Aktionsfläche darstellt. Der öffentliche Raum ist ein Ort der Möglichkeiten, der genauso theatralisch wie lapidar für schulische und außerschulische Veranstaltungen genutzt wird.
Tiefe Einschnitte in die ansonsten homogenen Baukörper markieren die Hauptzugänge und verleihen den Berufskollegs eine unverwechselbare Adresse.
Die von beiden Berufskollegs genutzte Aula im Max-Born-Berufskolleg bildet das Zentrum der Kolleggebäude. Sie bietet Raum für gemeinschaftliche Aktivitäten und öffentliche Veranstaltungen. Erschlossen wird die Aula über ein großzügiges Foyer, das sich als Halle räumlich über die ganze Höhe des Gebäudes erstreckt und sowohl über die Eingangsfassaden als auch über ein Oberlicht natürlich belichtet ist.
Offene Treppen führen von den Foyers der Kollegs in alle Geschosse und sind Bindeglied für ein komplexes Raumgefüge innerhalb der einfachen kubischen Baukörper. Wechselnde Tageslicht- und Außenraumbezüge bieten für den Einzelnen differenzierte Raumerlebnisse und erleichtern die Orientierung die Bewegung bestimmt den Raum.
Außen- und Innenräume mit wechselnden Raumbezügen schaffen informelle Treffpunkte für Kommunikation und Besprechungen, Foren für Präsentationen und Ausstellungen, Inseln für Entspannung und Erholung.
Der klare Aufbau aus zusammenhängenden Raumspangen, gegliedert durch Lichthöfe und mit Glas gedeckte Atrien, schafft Übersichtlichkeit. Die Lage einzelner Räume lässt sich in Bezug auf die differenzierten Licht- und Raumsituationen der Höfe leicht erfassen. Orte der Bewegung und Ruhe rhythmisieren die Gebäude. Durch die überwiegend einhüftige Erschließung der Räume erhalten die Flure und Galerien Tageslicht und erlauben über die Lichthöfe und Atrien Bezüge in die angrenzenden Raumzonen und Geschosse. Durch die windmühlenflügelartige Anordnung der Raumspangen bieten die Flure und Galerien Blickbeziehungen in alle vier Himmelsrichtungen.
Für effektives Lernen und Arbeiten werden Räume benötigt, die neben den funktionalen Aspekten eine behagliche Atmosphäre bieten. Neben ausgewogenen Raumproportionen und einer Brüstung in Form einer Sitzbank tragen natürliche Holzoberflächen an drei Wandseiten, am Boden und an der Fassade zu einer angenehmen Stimmung bei. Die Oberflächen sind robust und verlieren durch Gebrauchsspuren nicht an Qualität. Die durchlaufend raumhohe Verglasung bis über die Rohdeckenunterkante versorgt die Räume gleichmäßig mit Tageslicht und lässt großzügige Blickbeziehungen zwischen Innen- und Außenraum zu. Steuerbare Sonnenschutzlamellen verhindern unerwünschte Blendung. Eine Ersatzluftanlage stellt unabhängig von Jahreszeit, Witterung und äußeren Störungen immer optimale Raumluft mit niederem CO2-Gehalt her. Die Sichtbetondecken tragen durch ihre Speicherfähigkeit in Verbindung mit integrierten Zuluftrohren über das ganze Jahr zu einem konstant behaglichen Raumklima bei. Perforierte Wandbekleidungen reduzieren die Nachhallzeiten. Der Außenlärm wird durch die zweischichtige Fassade wirksam gedämpft. Störungen über geöffnete Fenster werden durch die Ersatzluftanlage, die für den notwendigen Luftwechsel sorgt, vermieden.
Die vielfältigen Anforderungen an die Gebäudehülle werden mit einem mehrschichtigen Aufbau gelöst. Die Beschränkung der Anforderungen an ein Bauteil führt zu wirtschaftlichen Einzelkomponenten und wegen der langen Haltbarkeit zu günstigen Unterhalts- und Instandsetzungskosten. Die Fassadenkonstruktion aus Vollholzprofilen gewährleistet eine wärmebrückenfreie Verglasung. Zur Vermeidung der Überhitzung von Räumen im Sommer ist ein 100 % verfügbarer Sonnenschutz erforderlich. Die hocheffizienten, jedoch windanfälligen Raffstoreanlagen liegen deshalb im windgeschützten Fassadenzwischenraum. Die innere Glasfassade und der filigrane Sonnenschutz werden durch die äußere Glasebene optimal gegen Feuchte, Wind und Schmutz geschützt. Die filigranen Sonnenschutzlamellen werden durch die äußere Glashaut im Erdgeschoss wirkungsvoll gegen mutwillige Zerstörung geschützt. Im Erdgeschoss erschwert die äußere Fassadenebene aus Sicherheitsglas den unberechtigten Zugang in die Gebäude. Eine gleichmäßig gegliederte äußere Glasebene überlagert eine innere Fassadenebene, die die vielfältigen Nutzungen abbildet. Dadurch entsteht in Abhängigkeit von Betrachtungswinkel, Tageslicht und Jahreszeit ein sich ständig änderndes Erscheinungsbild.
Im Kontrastieren der neuen präzisen Baukörper mit den vorhandenen Schichten generiert sich die neue Identität des Ortes. Die spezifischen Qualitäten des Ortes - wie die zentrale Lage zum Stadtkern und der vorhandene Baumbestand - werden mit den Mitteln der Architektur und der Freiraumgestaltung gestärkt und erlebbar gemacht. Durch die offene Struktur der Campusbebauung entstehen vielfältige wechselseitige Bezüge zum Umfeld, der Campus ist Teil des öffentlichen Grünraums, der öffentliche Grünraum wiederum Teil der Stadt. Die räumlich gefasste Mitte ist durch ihre gleichzeitige Durchlässigkeit Fokus der städtebaulichen Aufwertung.
Die Konstruktion ist dienendes Element der Raumidee. Material und Konstruktion sind nicht voneinander zu trennen. Die Raumidee ist bestimmendes Element für die Wahl der Konstruktion und ihrer Materialität, die sie sinnvoll übersetzt. Klare Baustrukturen und zweckmäßige Konstruktionen führen zu wirtschaftlichen Lösungen. Ausbaufertige Konstruktionen reduzieren die Herstellungskosten und Bauzeiten. Vorgefertigte Bauelemente und Standardisierungen verkürzen die Montagezeiten und gewährleisten eine hohe Ausführungsqualität durch effektive Kontrollmöglichkeiten. Die Trennung der Bauteile nach unterschiedlichen Lebenszyklen führt zu ökonomischen Unterhalts- sowie Instandsetzungskosten und ökologischen Materialkreisläufen.
Jeder Ort birgt eine Geschichte, die es zu lesen gilt. Sichtbare Spuren der Geschichte eines Ortes erleichtern die Lesbarkeit der Entwicklungslinien. Ein ehemaliges Fördermaschinenhaus der historischen Nutzung als Zechengelände wird gesichert und für eine zukünftige Nutzung vorbereitet. Das Neue verbindet sich mit dem Vorhandenen zu einem einprägsamen Ort. Das ehemalige Fördermaschinenhaus wird durch die städtebauliche Integration selbstverständlicher Teil des Campus-Ensembles und kann den Standort durch die Nutzung für die Berufskollegs sowie die Öffentlichkeit weiter aufwerten. Die historische Baustruktur ist offen für vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.
Das ökologische Prinzip basiert auf einer kritischen Betrachtung der Stoffwechselkreisläufe zwischen Mensch, Natur und Technik, mit dem Ziel, in unterschiedlichen Zuständen ein Gleichgewicht innerhalb des Ökosystems herzustellen. Ziel des ökologischen Bauens ist, umweltfreundliche und energiesparende Gebäude zu realisieren, die schonend mit den natürlichen Ressourcen und verantwortungsvoll mit Primärenergien umgehen sowie gleichzeitig alle Anforderungen an das natürliche Wohlbefinden des Menschen erfüllen. An die Hülle der Gebäude werden durch die innere Nutzung und die äußeren Witterungseinflüsse hohe Anforderungen gestellt. Die Fassade ist nicht nur Kleid, sondern wesentlicher Bestandteil des ökologischen Konzeptes, auf umweltschonende Weise zu jeder Tages- und Jahreszeit ein behagliches Klima im Gebäude sicherzustellen. Durch den geschichteten Aufbau der Glasfassaden wird eine hohe Funktionstüchtigkeit der Einzelelemente gewährleistet. Die innere Fassadenebene besteht aus einer hochwärmegedämmten Fassadenkonstruktion mit inneren Holzprofilen und Wärmedämmverglasung, ein außen liegender Sonnenschutz reguliert den solaren Strahlungs- und Tageslichteinfall, eine vorgehängte, geschuppte Glasebene bildet eine schützende Klima- und Akustikschwelle. Der Fassadenzwischenraum wird durch ein umlaufendes Gesims, das gleichzeitig als passiver Sonnenschutz dient, geschossweise getrennt, um Störungen zwischen den einzelnen Ebenen zu vermeiden.
Der Wunsch nach kompakten und wirtschaftlichen Baukörpern mit hohem Nutzflächenanteil wird durch große Raumtiefen erkauft mit der Folge, dass die Fassadenflächen nicht mehr dazu ausreichen, die Flächen genügend mit Tageslicht zu versorgen. Zur Begrenzung des Gebäudevolumens werden die Geschosshöhen auf ein Minimum begrenzt. Dadurch sinkt der grundflächenbezogene verglaste Anteil der Fassade. Geschlossene Außenwände sind in Erstellung und Unterhalt kostengünstiger als lichtdurchlässige Fassadenflächen. Lochfassaden mit hohem geschlossenem Außenwandanteil führen jedoch zu schlecht tagesbelichteten, unflexibel einteilbaren Raumzonen und zu einer Reduzierung der Tageslichtautonomie mit der Folge von erhöhtem Energieverbrauch für elektrische Beleuchtung.
25 bis 30 Personen arbeiten geistig oder körperlich intensiv in einem Raum von maximal 70 Quadratmetern Grundfläche es entstehen hohe innere Wärmelasten (2.500 bis 3.000 Watt). Neben den Personen tragen auch elektrische Geräte, Maschinen und Beleuchtungskörper zu den inneren Lasten bei. Mit der Tageslichtnutzung ist durch solare Strahlungsgewinne auch ein tageszeitabhängiger Wärmeeintrag verbunden. In ihrer Summe können innere Lasten und solare Gewinne zu einer Überwärmung der Räume führen.
Für eine freie Lüftung notwendige Fensteröffnungen lassen Außenlärm in den Raum eindringen, der zu Unruhe und damit zu Nutzungseinschränkungen führt.
Luftqualität 25 bis 30 Personen arbeiten geistig oder körperlich intensiv in einem Raum von maximal 210 Kubikmeter Volumen der CO2-Gehalt der Raumluft erreicht bereits nach ungefähr 15 Minuten den Schadstoff-Grenzwert von 1.500 ppm. Wird der Luftwechsel über manuell bedienbare Fenster sichergestellt, ist die Qualität der freien Lüftung stark abhängig vom Nutzerverhalten, von der baulichen Situation, der Umgebung und der Witterung. Lüftungswärmeverluste In der Heizperiode geht durch die freie Lüftung wertvolle Wärmeenergie verloren.
Tageslicht ist unersetzbar es ist unverzichtbare Grundlage unserer Existenz. Und einer der entscheidenden Faktoren für die Aufenthalts- und Arbeitsplatzqualität. Ziel ist deshalb, alle Arbeits- und Lernplätze ausreichend und möglichst gleichmäßig mit Tageslicht zu versorgen. Mit dem gewählten Tageslichtkonzept ist gleichzeitig der Bezug nach außen und damit zur Tages- und Jahreszeit gewährleistet neben der Raumanordnung eine zweite, zeitbezogene Orientierungsebene für die Nutzer.
In vielen Nutzungsstunden führt direkte Sonneneinstrahlung zu unerwünschter Blendung und Raumerwärmung. Deshalb wird ein außen angeordnetes, fein abstimmbares Sonnenschutzsystem eingesetzt, das sowohl Schutz vor der direkten solaren Einstrahlung bietet als auch eine ausreichende indirekte Tageslichtbeleuchtung durch Lichtlenkung ermöglicht.
Durch die flexibel steuerbaren Sonnenschutzlamellen kann die Tageslichtintensität durch die Nutzer individuell eingestellt werden.
Neben Tageslicht ist die Luftqualität der zweite entscheidende Faktor für das Wohlempfinden. Durch die intensive Nutzung der Räume steigt der CO2-Gehalt der Luft innerhalb kürzester Zeit, da jedem Nutzer nur ungefähr sieben Quadratmeter Raumvolumen zur Verfügung stehen. Nach ca. 15 Minuten müsste in einem Unterrichtsraum das erste Mal ein kompletter Luftaustausch vorgenommen werden, z. B. über großflächige Fensteröffnungen. Die Folgen sind jedoch Störung des Unterrichts durch Außengeräusche, Zugerscheinungen, Kalt- oder Warmluft und Insekten. Würde man keine weiteren Maßnahmen ergreifen, würde der Wert von 1.500 ppm CO2, der als Normwert bei geistigen Tätigkeiten gilt, regelmäßig überschritten.
Zur Sicherstellung der Luftqualität und Vermeidung von Störungen erhalten die Unterrichtsräume einen bedarfsbezogenen, bis zu 4,7-fachen stündlichen Luftaustausch mit gefilterter Außenluft. Querlüftung Für einen zugfreien und effektiven Luftaustausch durchströmt die Frischluft die Klassenräume quer von der Fassade bis zur Flurwand und nutzt damit das natürliche Strömungsverhalten aufgrund der Erwärmung durch die Nutzer und die technische Ausstattung.
Frischluftversorgung Frische Außenluft wird witterungsgeschützt angesaugt und über einen Erdkanal in die Lüftungszentrale transportiert. Dort wird sie gefiltert und in der Heizperiode in einem Wärmetauscher durch die Abluft vorgewärmt bevor sie über Installationskanäle horizontal unter der Bodenplatte an die Treppenhauskerne und von dort vertikal in Lüftungsschächten geschossweise in die Raumspangen geführt und in der Installationszone entlang der Flurwände in Blechkanälen wieder horizontal verteilt wird. Diese sind an gerippte Systemrohre aus Aluminium, die in engen Abständen in die massiven Rohdecken einbetoniert sind, angeschlossen. In der Betondecke findet jahreszeitenabhängig ein raumtemperaturregulierender Wärmeenergieaustausch statt, der zu einer annähernd konstanten Betonkerntemperatur und zu einer gleichmäßigen Ausströmtemperatur an der Fassade führt.
Die Frischluft durchströmt nach dem Prinzip der Querlüftung die Räume und gelangt über Überströmöffnungen in die Flurzone. Dort wird die durch die inneren Lasten aufgewärmte Luft geschossweise über zentrale Abluftschächte angesaugt und in die Lüftungszentrale zurückgeführt, wo ihr im Winter in einem Wärmetauscher die Energie entzogen wird, bevor sie als Abluft wieder ins Freie geführt wird. Das heißt, dass die Gebäude großteils mit der durch die Nutzer entstehenden Wärme beheizt werden.
Intensiver Luftaustausch durch bis zu fünffachem stündlichen Außenluftwechsel über die zentrale Ersatzluftanlage. Entladung der am Tag durch innere Wärmequellen, die Zuluft und solare Gewinne erwärmten Geschossdecken mit kühler Nachtluft. Begrenzung der Lufttemperatur auf max. 15 Grad Celsius durch Kühlung der Außenluft mittels Wärmepumpen und Erdsonden.
Effektiver Außenluftwechsel über zentrale Ersatzluftanlagen. Senkung der Zulufttemperatur in den Geschossdecken durch integrierte Lüftungsrohre. Gleichzeitige Aufnahme der Wärmeenergie innerer und äußerer Wärmequellen über die in der Nacht entladenen Betondecken. Vermeidung der Überhitzung durch automatisch gesteuerte, außen liegende Raffstoreanlagen und auskragende Geschossdecken. Hohe Tageslichtautonomie auch bei geschlossenem Sonnenschutz durch integrierte Lichtlenklamellen.
Begrenzung der Transmissionswärmeverluste in den Nachtstunden durch erhöhten Wärmeschutz und wärmebrückenfreie sowie luftdichte Konstruktionen der Gebäudehülle. Zeitverzögerte Nutzung der tagsüber in den massiven Geschossdecken gespeicherten Wärmeenergie für eine Raumtemperierung größer 15 Grad Celsius auch unter Verzicht auf eine weitere Beheizung.
Außenluftwechsel über zentrale Ersatzluftanlagen. Reduzierung des Lüftungswärmebedarfs durch Rückgewinnung der Wärmeenergie aus der Abluft. Reduzierung des Heizwärmebedarfs durch Speicherung innerer Wärmequellen und solarer Gewinne in der massiven Gebäudekonstruktion. Erwärmung der Zuluft durch die in den Geschossdecken gespeicherte Wärmeenergie. Blendschutz Automatisch und individuell steuerbare Raffstoreanlagen. Hohe Tageslichtautonomie durch raumhoch verglaste Fassadenflächen.
Schülerzahl gesamt, Schülerzahl täglich anwesend, Lehrkräfte, Anzahl der Geschosse, Hauptnutzfläche, Bruttogrundrissfläche, Bruttorauminhalt, Wärmeversorgung (Fernwärme), Lüftung (mechanisch, mit WRG), Bauteiltemperierung (gerippte Lüftungsrohre in Betondecken), Kälteerzeugung (Kompressionskälte, Erdsonden), Energiebezugsfläche, Energiebedarf Heizwärme, Energiebedarf Kälteerzeugung, Energiebedarf Ventilatorantrieb, Energiebedarf Beleuchtung, Primärenergiebedarf gesamt.
Feste Zuschauerplätze, Temporäre Zuschauerplätze, Schulsport, Wettkampfsportfeld, Hallenhöhe, Hauptnutzfläche, Bruttogrundfläche, Bruttorauminhalt, Wärmeversorgung (Fernwärme), Lüftung (mechanisch, mit WRG), Energiebezugsfläche, Energiebedarf Heizwärme, Energiebedarf Ventilatorantrieb, Energiebedarf Beleuchtung, Primärenergiebedarf gesamt.
Die Broschüre "Neubau Berufskollegs Recklinghausen" ist zu beziehen bei der Karl Krämer Fachbuchhandlung. Kurzbeschreibung:
Die Publikation zur Planung der Berufskollegs Herwig-Blankertz und Max-Born in Recklinghausen durch das Stuttgarter Büro scholl architekten scholl.balbach.walker zeigt, wie die lange Traditionslinie der Schulbauarchitektur zeitgemäß und beispielhaft fortgeführt werden kann. Neben der gestalterischen Lösung spielen dabei der Kontext mit dem Standort und der umweltbewusste Umgang mit den Energieressourcen eine besondere Rolle. Die Neubauten der Berufskollegs und einer Sporthalle bieten den Auszubildenden in vielfacher Weise Möglichkeiten des Lernens. Neben den angebotenen Arbeits- und Aufenthaltsräumen tragen sie dazu bei, die Wahrnehmung zu schärfen für Raum, Umweltbewusstsein und Qualität handwerklicher Ausführung.
erstellt
März 2005
www.berufskollegs-recklinghausen.de